Photovoltaik
Photovoltaik
Gerade in den Bergen lohnt sich die Installation von Photovoltaik (PV): Erstens gibt es in der Höhe weniger Nebel und damit mehr Sonnentage, was zu mehr Ertrag führt. Insbesondere im Winter ist dies ein Vorteil, wenn im Mittelland die Sonneneinstrahlung durch Wolken gebremst wird. Zweitens wird durch die Reflexion des Sonnenlichts auf Schnee die indirekte Einstrahlung auf die Panels weiter erhöht, was die Produktion des viel gefragten Winterstroms zusätzlich begünstigt. Es ist daher naheliegend, dass Seilbahnunternehmen in Solarenergie investieren.
Der erste komplett mit Sonnenenergie betriebene Skilift des Landes wurde bereits 2011 eröffnet und befindet sich in Tenna im Bündnerland. Seit 2012 verbindet die erste vollständig solarbetriebene Gondelbahn im Toggenburg Wildhaus mit der Alp Gamplüt, und auch die Brunni-Bahnen in Engelberg decken ihren kompletten Strombedarf mithilfe von Solarkraftwerken und Solardächern. Die Davos Klosters Bergbahnen investieren seit 2022 einen zweistelligen Millionenbetrag in den Ausbau ihrer Photovoltaikanlagen, um ihre Wasserkleinkraftwerke zu ergänzen und auch im Winter mehr eigenen Strom produzieren zu können.
Stand 2024 gab es bei Schweizer Seilbahnen 19 bestehende Solarstromprojekte. 11 waren in der kurz- bis mittelfristigen Planung, und 22 weitere in der langfristigen Planung. (Hinweis: Das Sample umfasst nur jene Bergbahnen in der Schweiz, welche ihre Stromversorgungsprojekte freiwillig im Rahmen der Mitgliederumfrage angegeben haben. Es ist also möglich, dass es bei Schweizer Seilbahnen in der Realität mehr bestehende und geplante Solarprojekte gibt.)
- Infokasten PV
Möglichkeiten für Photovoltaik-Anlagen bei Seilbahnunternehmen
Je nach bestehender Infrastruktur und Ausrichtung kommen unterschiedliche Varianten für die Installation von PV-Anlagen in Frage. Gerade in den Bergen ist es wichtig, dass möglichst kein Schnee auf den Modulen liegenbleiben kann und dass die Solarpaneele nicht durch umliegende Berge oder Gebäude verschattet werden.
Nutzung auf Dächern und an Fassaden bestehender Gebäude
Als Parkplatzüberdachung
Auf Freiflächen
Auf dafür geeigneten Lawinenschutzbauten
Schwimmend auf Speicherseen
Am beliebtesten sind bei den Seilbahnunternehmen Dachanlagen, gefolgt von Fassadenanlagen. Dies geht aus der Mitgliederbefragung aus dem Jahr 2024 hervor. Darin gaben 45 von 111 befragten Seilbahnen an, bereits eigene PV-Anlagen zu betreiben. 32 von ihnen betreiben eine Dachanlage, 16 eine Fassadenanlage.
Das Ziel sollte immer sein, neue Eingriffe in die Natur zu vermeiden oder zumindest so gering wie möglich zu halten.