Energieeffizienz bei Seilbahnen
Grundsätzlich ist wichtig festzuhalten, dass die Schweizer Seilbahnen im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln recht wenig Energie benötigen. Die Schweizer Seilbahnen verbrauchen ohne Beschneiung insgesamt 4 Prozent der gesamten Energie für den öffentlichen Verkehr (Quelle: Monitoring Energieeffizienz der ÖV-Branche, BAV 2022). Der überwiegende Teil des Energieverbrauchs des öffentlichen Verkehrs fällt auf die Eisenbahn und Autobusse. Dennoch beschäftigen sich viele Seilbahnunternehmen mit dem Thema Energieeffizienz, da sparsames Wirtschaften mit Energie nicht nur ökologiach, sondern auch finanziell sinnvoll ist.
Seilbahnunternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, die eingesetzte Energie möglichst effizient zu nutzen. In Bezug auf den Seilbahnbetrieb gehören dazu beispielsweise Massnahmen wie:
Reduktion der Fahrgeschwindigkeit
Der Energieverbrauch einer Seilbahn hängt von der Länge, der Kapazität und der Art des Antriebs ab. Ein grober Richtwert für den Energieverbrauch liegt bei ca. 0.5 bis 1.5 kWh pro Personenkilometer. Je langsamer die Bahn fährt, desto geringer ist die erforderliche Leistung. Die Leistungseinsparung ist ungefähr proportional zur Geschwindigkeitsabsenkung (vgl. Grafik). Das heisst: wenn eine Seilbahn 20 Prozent langsamer fährt, benötigt sie etwa 19 Prozent weniger elektrische Leistung.
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Energieeffiziente Beschneiung
Die neueren Generationen von Beschneiungsanlagen sind effizienter als ältere Modelle: Sie brauchen sowohl weniger Wasser, als auch weniger Strom. Mit der Nessy ZeroE-Lanze gibt es inzwischen sogar Systeme, die ganz ohne zusätzliche Energiezufuhr allein mit dem Wasserdruck funktionieren.
Nutzung der Bremsenergie
Auch die Kraft, die beim Bremsen der Seilbahnanlagen entsteht, kann dank raffinierter Technik in Strom umgewandelt und genutzt werden, anstatt ungenutzt zu verpuffen.
Die Bremsenergie wird beispielsweise bei der Magglingen-Bahn in Biel, am Schilthorn oder in Crans Montana erfolgreich genutzt. Die Magglingen-Bahn kombiniert die Nutzung der Bremsenergie mit einer PV-Anlage und konnte so ihre Energiekosten um 30 Prozent senken.
Rigi Bahnen: Während bei der bisherigen Flotte die Bremsenergie bei der Talfahrt ungenutzt bleibt, speisen die neuen Züge diese als Elektrizität ins eigene Netz zurück und machen sie so für bergwärtsfahrende Züge ressourcenschonend nutzbar.
Bsp. Schilthorn, Batteriesystem Frey-Stans: ist das auch Bremsenergie oder die Energie bei der Talfahrt, also ohne Brems und damit nochmal etwas anderes? Auch: Standseilbahn Sierre-Crans-Montana
- Infokasten Bremsenergie
Wie funktioniert die Bremskraftrückgewinnung?
Beim Abbremsen der Seilbahn entsteht kinetische Energie.
Ein Generator wandelt diese kinetische Energie in elektrische Energie um.
Die so entstandene elektrische Energie kann direkt wieder genutzt, in einer Batterie gespeichert oder ins Stromnetz eingespeist werden.
Seilbahnunternehmen können so ihre Effizienz erhöhen und die Energiekosten senken.
Darüber hinaus bieten auch die Gebäude, die die Seilbahnunternehmen nutzen, wichtige Energiesparpotenziale, z.B. durch
Energetische Sanierungen (Dämmung, neue Fenster/Türen)
Austausch alter Öl-/Gasheizungen
Nutzung von Abwärme als Raumheizung
Intelligente/Automatische Heiz- und Beleuchtungssysteme
Bei Neubau konsequenter Fokus auf Energieeffizienz
Die CabriO Stanserhorn-Bahn AG nutzt beispielsweise einen Ringgrabenkollektor, um die Büros der Talstation zu heizen oder kühlen. Dieser funktioniert ähnlich wie eine Erdsonde, braucht aber nur ca. 2 Meter Tiefe, dafür mehr Fläche.
In Engelberg entsteht am Titlis eine neue Bergstation, die ihren kompletten Wärmebedarf künftig ohne Heizöl oder Gas decken wird.
Die neue Stoosbahn ist die steilste Standseilbahn der Welt und produziert in sehr kurzer Zeit enorme Mengen an Bremsenergie. Diese wird genutzt, um das Wasser in zwei Boilern auf 85° C zu erhitzen und als Brauchwasser an die nahegelegene Stoos-Lodge zu liefern.